Remote Training – chirurgische Ausbildung in Zeiten der Pandemie – Gefäßchirurgie Klinik Ottakring ist internationaler Pionier

v.l.n.r.: Dr. Armin Simeoni, Prof. Bruno Podesser, Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Dr. Herwig Trischler, Dr. Fadi Taher, Dr. Corinna Walter, Dr. Markus Plimon

 

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Copyright: Klinik Ottakring

„Technische Kurse an Modellen oder Simulatoren haben in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel von ‚see one, do one, teach one‘ zu vertiefter technischer Ausbildung in einem ruhigen, reproduzierbaren Umfeld ermöglicht“, so Prim. PD Dr. Afshin Assadian, wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich und Leiter der Gefäßchirurgie  Klinik Ottakring. Die Lernkurve der Ausbildung wird weg von der Patientin oder dem Patienten hin zu Modellen und Simulatoren verschoben, ein wichtiger Aspekt in der Umsetzung verbesserter Patientensicherheit.

Dieser Problematik Rechnung tragend, bieten Firmen zunehmend technische Konzepte an, um Remote Training und Proctoring (Unterstützung eines operativen Eingriffes durch eine erfahrene Kollegin oder einen erfahrenen Kollegen) sicher und mit hoher Qualität zu ermöglichen.

So konnte im Rahmen des Österreichischen Gefäßchirurgenkongresses 2020 mit der Unterstützung der Firma Medtronic ein virtuelles Arbeitsumfeld mithilfe einer Brille (Virtual Reality) und eines elektronischen Aorten-Simulators geschaffen werden, in dem eine Kollegin in Ausbildung, von einer Fachärztin angeleitet, eine komplexe Aortenprozedur zur Aneurysmabehandlung durchführen konnte.

Der EVC Maastricht, der 2021 von 7. bis 9. März virtuell durchgeführt wurde, ist der größte internationale gefäßchirurgische Kongress mit einem Schwerpunkt auf technischer Aus- und Weiterbildung an Modellen und Simulatoren. 2021 wurde über ein zentrales Studio in Maastricht ein Hands-on-Training für offene Aortenchirurgie an sieben Standorten in fünf europäischen Ländern geboten.

Am Standort Klinik Ottakring in Wien wurden unter der Leitung von Prim PD Dr. Assadian, Dr. Fadi Taher und Dr. Markus Plimon an zwei von Vascular International (VI) entwickelten Aortentrainern acht KollegInnen in Techniken und Methoden der offenen Aortenchirurgie unterwiesen.

Als aktiver Gast war Univ. Prof. Dr. Bruno Podesser, Herzchirurg und Leiter des Zentrums für Biomedizinische Forschung an der Medizinische Universität Wien ebenfalls vor Ort.

Mit dem Zentrum für Biomedizinische Forschung etabliert die Gefäßchirurgie KOR derzeit ein Simulationstraining als Teil des Aus- und Weiterbildungscurriculums für Chirurgen.

 

Erstes virtuelles Training weltweit an der Klinik Ottakring

Diese Veranstaltung war die erste weltweit, in der in einem Studio in Maastricht gemäß einem eigens von VI entwickelten Protokoll zwei Chirurgen die Techniken demonstriert und voroperiert haben und danach unter Observation der TutorInnen vor Ort und den KollegInnen in Maastricht über Videostreaming die Trainees den Eingriff in fünf Ländern gleichzeitig durchführen konnten. So konnten 28 junge GefäßchirurgInnen ein aktives, qualitativ hochwertiges, von internationalen Spezialisten geleitetes Training absolvieren. Das Interesse passiver Zuseher war ebenfalls sehr hoch, mehr als 300 internationale KollegInnen haben die Trainingseinheiten gestreamt.

Die Veranstaltung erfolgte selbstverständlich unter den der Pandemie angemessenen Hygienemaßnahmen und gibt KollegInnen in Ausbildung die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Normalität – zumindest was Aus- und Weiterbildung betrifft.

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9. Dezember 2020

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2. Dezember 2020

Neue personalisierte Therapiekonzepte in der Aorten-Therapie

„Menschen mit arteriellen Gefäßerkrankungen haben generell ein höheres Risiko, schwerwiegend zu erkranken und dies nicht nur an Covid-19“, erklärt Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Leiter Gefäßchirurgie Klinikum Ottakring und wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich. Regelmäßige Vorsorge mittels einer schmerzfreien Ultraschalluntersuchung ist daher für über 60-Jährige und für Menschen mit einem entsprechenden Risikoprofil – Raucher, hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte, bereits behandelte arterielle Gefäßerkrankungen – besonders wichtig.
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Zukunft Digitalisierung der Gefäßmedizin

finite Elemente Simulation einer Prothesenaorten-Interaktion, Fotocredit: Terumo Aortic

 

Telemedizin, innovatives Simulationstraining und neue Planungssoftware erhöhen Patient*innensicherheit

 

Die Covid-19-Pandemie erfordert auch ein Umdenken in der Ausbildung von Gefäßchirurg*innen und in der Versorgung von Gefäßpatient*innen. Um eine Carotisstenose oder ein Aneurysma zu erkennen, bedarf es einer Ultraschalluntersuchung. Zukünftig muss es aber Ziel sein, den gefäßmedizinischen Spitalsbereich zu entlasten und die Ultraschalldiagnostik für Gefäßerkrankungen auch im niedergelassenen Bereich zu verankern. Das Gefäßforum Österreich setzt sich dafür ein, die Ausbildung auch von niedergelassenen Ärzt*innen über Telemedizin und innovatives Simulationstraining zu forcieren“, so Prim. PD Dr. Afshin Assadian, wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich und Leiter der Gefäßchirurgie Ottakring.
Link: www.gefaessforum.at

 

Menschen mit Herz- und Gefäßerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung und erleiden häufiger besonders schwere Komplikationen. Zukünftig sollten deshalb lebensnotwendige Vorsorgemaßnahmen auch verstärkt im niedergelassenen Bereich angeboten werden. Um dies zu ermöglichen, ist natürlich eine umfassende Ausbildung in der Ultraschalldiagnostik notwendig. Herkömmliche Ausbildungswege sind jedoch durch die aktuelle Covid-19-Situation nur schwer möglich. Das Gefäßforum Österreich plant, in Kooperation mit entsprechenden Industriepartnern und der österreichischen Fachgesellschaft für Gefäßchirurgie eine telemedizinische Ausbildung von Ärzt*innen in der Ultraschalldiagnostik mittels zertifizierter Webinare voranzutreiben. So können die Spitäler entlastet und die Bauchultraschalluntersuchungen auch im niedergelassenen Bereich angeboten werden. Eine Ausweitung der Ausbildung in chirurgischen Fähigkeiten soll durch neue virtuell innovative Simulationstechniken Covid-19-konform entwickelt werden. Durch das Simulationstraining können Eingriffe im Sinne einer hohen Patient*innensicherheit effizienter trainiert werden.

 

Speziell entwickelte Software erhöht Sicherheit bei gefäßchirurgischen Eingriffen

Aktuell läuft an der gefäßchirurgischen Abteilung des Klinikums Ottakring eine internationale Studie unter der Leitung von Prim. PD Dr. Afshin Assadian, bei der eine innovative Methode zum Einsatz kommt, auf Basis derer eine speziell entwickelte Software die exaktere Bemessung und effizientere Entwicklung von Prothesen ermöglicht. Für die/den an einer komplexen Gefäßerkrankung leidenden Patientin*Patienten bedeutet diese Methode eine entscheidende Verbesserung in der Behandlung, da die Prothese optimiert und in bedeutend kürzerer Zeit angefertigt werden kann. Entscheidend ist, dass die Prothese individuell auf die/den Patientin*Patienten abgestimmt ist. Der weltweit erste Eingriff auf Basis dieser neuen Methode wurde von Prim. PD Dr. Afshin Assadian und Prim. Dr. Herbert Langenberger, Radiologie, mit ihren Teams im Klinikum Ottakring durchgeführt.

 

Die Revolution ist die Planungszeit der Prothese, die von mehr als vier Wochen auf weniger als drei Tage reduziert wird. Nicht nur, dass die Prothesen schneller entwickelt werden, durch die Simulation der Interaktion Prothese-Aorta kann dies auch präziser erfolgen, wodurch die Operation schneller und sicherer für den Patienten wird.

„Wir befinden uns durch die aktuelle Pandemie und auch durch zukünftig mögliche Pandemien in einer sehr ernsten Situation, welche die Versorgung von Gefäßpatient*innen gefährdet. Innovative Software- und telemedizinische Ausbildungs- und Eingriffsmethoden werden die Zukunft der Gefäßmedizin darstellen und die Patientensicherheit sowie Versorgung maßgeblich positiv verändern“, so Assadian.

 

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11. März 2021

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Chirurginnen und Chirurgen arbeiten in einem Bereich der Medizin, wo manuelles Geschick, Training und Übung besonders wichtig sind und eine unmittelbare Auswirkung auf den Heilungsverlauf von PatientInnen haben. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 waren besonders in den chirurgischen Fächern KollegInnen in Ausbildung sehr negativ von einem Mangel an Training betroffen. Einerseits waren und sind die Elektivfallzahlen infolge Reduktion der elektiven Operationen deutlich geringer als in den Jahren zuvor, andererseits ist der Besuch der so wichtigen technischen Kurse infolge der Reduktion sozialer Kontakte und Reisebeschränkungen nicht mehr möglich. Beim größten internationalen gefäßchirurgischen Kongress, dem EVC Maastricht von 7. bis 9. März 2021, wurde eigens ein Hands-on-Training für offene Aortenchirurgie über ein zentrales Studio in Maastricht an sieben Standorten in fünf Ländern in Europa durchgeführt. Federführend dabei war die Wiener gefäßchirurgische Abteilung der Klinik Ottakring unter der Führung von Prim. PD Dr. Afshin Assadian.

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Gerade ein Aneurysma der Aorta kann, wenn es platzt, tödlich enden. Mittlerweile gibt es eine Reihe an bewährten Behandlungsmethoden, die auch eine rasche Erholung zur Folge haben. „Eine neue innovative Methode ermöglicht nun die personalisierte Berechnung eines spezifischen Prothesendesigns, welches individuell an die kranke Aorta des Patienten angepasst ist. Auf Basis einer neu entwickelten Software wird exakt die Interaktion der Aorta mit der Prothese berechnet und so die genaue Planung der Prothese möglich“, so Afshin Assadian, dessen Abteilung entscheidend an der Entwicklung der Methode beteiligt ist. Neben den katheterbasierten Methoden erlauben Rechenmodelle eine sichere Einschätzung des operativen Risikos für den individuellen Patienten. So kann Nutzen und Risiko der Methoden – offene Operation, einfache oder komplexe Stent-Versorgung – abgeschätzt und die beste Behandlungsmethode individuell gewählt werden.

 

Vorsorgeuntersuchungen, innovative Software- und telemedizinische Ausbildungs- sowie Eingriffsmethoden sind in der Patientenbetreuung angekommen.

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11. März 2021

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Menschen mit Herz- und Gefäßerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung und erleiden häufiger besonders schwere Komplikationen. Vorsorgeuntersuchungen sind gerade in der derzeitigen Phase äußerst sinnvoll. Nicht behandelte Gefäßerkrankungen können von Thrombosen bis zu Schlaganfällen und tödlichen Aneurysmen führen. Die Vorsorgeuntersuchung bei Gefäßerkrankungen, beispielsweise einer Karotisstenose oder eines Aneurysmas, ist aufgrund des angewandten einfachen Ultraschalls völlig schmerzlos und unbedingt notwendig, da Bauchaortenaneurysmen meistens keine Beschwerden verursachen. Sie werden dann zufällig entdeckt oder erst, wenn sie reißen. Ein großes Bauchaortenaneurysma führt bei manchen Patientinnen und Patienten jedoch zu Bauchschmerzen. Auch Rückenschmerzen und ein verstärkter Harndrang sind mögliche Symptome.  Eine Stenose der Halsschlagader kann ebenfalls lange Zeit symptomlos bleiben. Erste Beschwerden treten meist erst bei einer fortgeschrittenen Verengung auf. Typische erste Anzeichen sind Sehstörungen von wenigen Sekunden bis Minuten, Sprechstörungen sowie vorübergehende Bewegungs- oder Empfindungsstörungen.

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11. März 2021

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Die Covid-19-Pandemie erfordert auch ein Umdenken in der Ausbildung von Gefäßchirurg*innen und in der Versorgung von Gefäßpatient*innen. Das Gefäßforum Österreich setzt sich dafür ein, die Ausbildung auch von niedergelassenen Ärzt*innen über Telemedizin und innovatives Simulationstraining zu forcieren.
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Neue personalisierte Therapiekonzepte in der Aorten-Therapie

„Menschen mit arteriellen Gefäßerkrankungen haben generell ein höheres Risiko, schwerwiegend zu erkranken und dies nicht nur an Covid-19“, erklärt Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Leiter Gefäßchirurgie Klinikum Ottakring und wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich. Regelmäßige Vorsorge mittels einer schmerzfreien Ultraschalluntersuchung ist daher für über 60-Jährige und für Menschen mit einem entsprechenden Risikoprofil – Raucher, hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte, bereits behandelte arterielle Gefäßerkrankungen – besonders wichtig.
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Gender-Medizin: Neues zur Aortenaneurysma-Therapie

Eine aktuelle Studie des Wilhelminenspitals Wien zeigt, dass das Risiko für Frauen, nach einer Operation eines komplexen Aortenaneurysmas an einem Herzinfarkt zu versterben, wesentlich höher ist als bei Männern (Frauen 10%, Männer 1,05%). Selbst bei einfachen, nicht komplexen Aneurysmen weisen Frauen ein erhöhtes Risiko für Gefäßverletzungen wie Probleme mit der Nierenfunktion sowie ein erhöhtes Sterberisiko nach der OP auf. Der Krankenhausaufenthalt ist bei Frauen ebenfalls deutlich länger als bei Männern. Die Gefäßspezialisten schließen nun daraus, dass Frauen vor einer Behandlung des Aortenaneurysmas noch genauer auf Herzschäden untersucht werden müssen, um während oder nach der Operation einen Herzinfarkt zu vermeiden.  Die Ergebnisse dieser Studie stellen weltweit die größte Serie dar, in der geschlechtsspezifische Outcomes für fenestrierte Aortenendoprothesen untersucht wurden.

 

Wien, November 2018– Die Aorta ist die größte Schlagader im Körper und hat im Bauchraum normalerweise einen Durchmesser von 1,5 bis 2cm. Bei einem Aortenaneurysma handelt es sich um eine krankhafte Aussackung der Arterienwand, bei der es auf Dauer zum Platzen (Ruptur) des Gefäßes kommen kann. In den meisten Fällen verläuft diese Ruptur tödlich. Ein erster wesentlicher Unterschied in der Behandlung ist, dass ein Aortenaneurysma bei Männern in der Regel ab 5,5cm behandelt werden sollte, bei Frauen aufgrund ihrer zarteren Gefäße bereits bei 5cm. Es gibt zwei Operationsmöglichkeiten: Die Aorta kann offen über einen Bauchschnitt durch eine Gefäßprothese (aus Polyester oder ePTFE „Goretex“) „ersetzt“ werden. Eine andere Möglichkeit ist die „Schienung“ des Gefäßes von innen mittels ummantelter Stents (Stentgrafts). Dadurch kann der Blutstrom keinen Druck mehr auf die Aortenwand ausüben und die Gefahr des Platzens ist minimiert. Diese „endovaskuläre Behandlung“ ist im Gegensatz zur offenen Operation mit kleinen Schnitten in den Leisten durchführbar. Bei manchen Patienten ist die Erweiterung auf mehrere Abschnitte der Hauptschlagader im Bauch- und/oder Brustraum ausgedehnt. Dann betrifft das sogenannte komplexe Aneurysma auch den Bereich, in dem die Organarterien für die inneren Organe abzweigen. Diese Aneurysmen können von innen mittels individuell für den Patienten angefertigter Stentgrafts behandelt werden. Sie besitzen kleine Löcher/Fenster an den Abzweigungsstellen der Organarterien und werden deshalb auch „gefenstert“ oder „fenestriert“ genannt. Aktuell werden im Wilhelminenspital etwa 40 Patienten pro Jahr mit so einer fenestrierten, sogenannten FEVAR Prothese „Fenestrated Endovascular Aortic Repair“ behandelt.

Patienten, die von einem komplexen Aortenaneurysma betroffen sind, haben in vielen Fällen noch weitere ernsthafte Erkrankungen und hätten bei einer offenen Operation über einen großen Schnitt ein erhebliches Risiko für lebensgefährliche Komplikationen. Gerade für diese Patientengruppe ist die FEVAR eine sinnvolle Alternative.

 

 Patientinnen mit komplexen Aortenaneurysmen brauchen eingehende Herzuntersuchung

Die aktuelle Studie des Wilhelminenspitals Wien hat gezeigt, dass Frauen mit einem komplexen Aortenaneurysma zu einer höheren Sterblichkeit nach der OP und einem erhöhtem Herzinfarktrisiko während und nach der OP neigen. „Dieses Ergebnis ist sehr wichtig, um Frauen in Zukunft sicherer behandeln zu können“, erklärt Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Vorstand Gefäßchirurgie Wilhelminenspital Wien und wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich. Vor einer solchen Operation erhielten bisher alle Patienten eine standardisierte interne Durchuntersuchung. Auch das Herz wird mittels EKG und Ultraschall und nuklearmedizinischen Methoden untersucht. Ergibt sich ein Hinweis auf Herzkranzgefäßveränderungen wird im Zweifelsfall auch eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Als Konsequenz dieser Studie, so Dr. Miriam Kliewer, die Studienautorin, müssen Frauen nun noch intensiver auf solche vorher bestehenden Herzschäden untersucht werden, um einen drohenden Herzinfarkt während oder nach der Operation zu vermeiden.

In einer weiteren laufenden Studie wird zudem untersucht, ob bestimmte Werte im Blut Aufschluss über das mögliche Risiko für herzbedingte Komplikationen geben können. Diese Frage ist noch zu klären.

 

Über die Studie
In der vorliegenden Studie des Wilhelminenspitals Wien wurden 125 Patienten (davon 105 Männer und 20 Frauen) untersucht, ob es bei sogenannten „FEVAR“ Patienten Unterschiede zwischen Mann und Frau während und nach der Operation gibt.

Alle Patienten, die eine FEVAR erhalten hatten, wurden nachbeobachtet. Darunter waren 16% Frauen und 84% Männer. Ausgewertet wurde das Alter, das Vorhandensein von Nebenerkrankungen, ob das Aneurysma erfolgreich behandelt werden konnte, die Länge des stationären Aufenthaltes, technische bzw. Prozedur bedingte Komplikationen und das Risiko innerhalb von 30 Tagen nach der Operation zu versterben.

In fast allen Punkten fand sich kein Unterschied zwischen beiden Geschlechtern, allerdings sind tendenziell mehr Frauen nach der Operation innerhalb von 30 Tagen verstorben als Männer. Dieser Tatsache ging das Team genauer auf den Grund und fand dabei heraus, dass das Risiko für Frauen, nach der Operation an einem Herzinfarkt zu versterben, signifikant höher ist als bei Männern (Frauen 10 % und bei Männern 1,05%).  Die Schlussfolgerung der Studie ist, dass die bisher bei infrarenalen  Aneurysmen sicher und erfolgreich für Männer und Frauen angewandten Untersuchungsalgorithmen bei komplexer Aortenpathologien bei Frauen nicht so sicher vorhersehbare Ergebnisse zeigen wie bei Männern. Bei dieser Patientengruppe müssen neue, detailliertere Untersuchungsabläufe eingeplant werden, um bei Frauen wie Männern vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

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11. März 2021

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Gesundheitskampagne mit Heinz Marecek im ORF

Die cross-mediale Kampagne soll auf Gefäßerkrankungen, auf die Wichtigkeit von Früherkennung durch Ultraschall und auf Vorsorgemaßnahmen aufmerksam machen. Neben Print-Inseraten, Pressearbeit, kostenlosen Broschüren und einem ORF TV-Spot mit dem beliebten Schauspieler Heinz Marecek als Testimonial finden jährlich die Gesundheitstage zum Thema „Aneurysma“ statt. Mehrere Ambulanzen in verschiedenen Bundesländern bieten dabei spezielle Beratung und Screening mittels schmerzlosen Bauchultraschalls an. Kostenlose Broschüren zum Thema „Aneurysma“ stehen auf der Website www.gefaessforum.at zum Download zur Verfügung oder können über office@gefaessforum.at bestellt werden.

 

Seit 2011 setzt sich der Non-Profit-Verein „Gefäßforum Österreich“ für die Aufklärung und Vorsorge rund um Gefäßerkrankungen ein. Neben intensiver Öffentlichkeitsarbeit, jährlichen Gesundheitskampagnen zu Schwerpunktthemen und diversen Veranstaltungen (Kongressen, Charity Events, Gesundheitstagen) engagiert sich das Gefäßforum Österreich auch im Forschungsbereich.

 

Das „Bauchaortenaneurysma“ – eine Erweiterung der Bauchschlagader – zählt zu den gefährlichsten und tödlichsten Gefäßerkrankungen. Zugleich kann es aber durch eine einfache und schmerzlose Bauchultraschalluntersuchung leicht erkannt und zunehmend mit neuen Therapien gut behandelt werden.

 

Bis dato ist die Ultraschalluntersuchung von Bauchaortenaneurysmen keine kassenabrechenbare Leistung in Österreich. Das Gefäßforum Österreich fordert seit Jahren, dem Beispiel Deutschlands, der USA, der skandinavischen Länder sowie Großbritanniens zu folgen und die Ultraschalluntersuchung von Bauchaortenaneurysmen als kassenabrechenbare Gesundenvorsorge für alle über 65-Jährigen einzuführen.

 

Prominente UnterstützerInnen des GFÖ sind Peter Rapp, Dr. Franz Vranitzky, Dr. Claus Raidl, Dagmar Koller, Dr. Christoph Gerin-Swarovski, Samy Molcho und Dr. Heinz Bachmann.

Neben Heinz Marecek ist auch Peter Rapp seit vielen Jahren Testimonial der Aneurysma-Gesundheitskampagnen des Gefäßforums Österreich.

 

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Gespräch mit Prim. Priv.-Doz. Dr. Afshin Assadian

Bis dato ist die Ultraschalluntersuchung von Bauchaortenaneurysmen keine kassenabrechenbare Leistung in Österreich. Das Gefäßforum Österreich fordert die Gesundheitspolitik auf, dem Beispiel von Deutschland, den USA, den skandinavischen Ländern sowie Großbritannien zu folgen. In Deutschland ist das flächendeckende Screening der Bauchaorta von über 65-Jährigen nun in der Endphase der landesweiten Umsetzung, in den anderen Ländern ist es bereits seit Jahren Teil der Gesundenvorsorge.

 

Das Screening dient dazu, die gefährdete Population von über 65-jährigen Männern und Frauen mittels einer einmaligen Ultraschalluntersuchung auf mögliche Bauchaortenaneurysmen zu detektieren und dadurch unnötige Todesfälle durch geplatzte Bauchaortenaneurysmen zu vermeiden. „Es sei dargestellt, dass nur 200 Menschen in der Zielpopulation der über 65-Jährigen mit erhöhtem Blutdruck und einer Raucheranamnese untersucht werden müssen, um einen Todesfall pro Jahr zu vermeiden. Im Vergleich dazu müssen im Jahr 2.000 Menschen koloskopiert und 2.000 Frauen mammografiert werden, um vergleichsweise einen Todesfall pro Jahr an Dickdarmkrebs oder Mammakarzinom zu verhindern“, erklärt Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich und Leiter der Gefäßchirurgie des Wilhelminenspitals Wien, die Dringlichkeit der Etablierung eines Bauchaorten-Screenings. „Die Sinnhaftigkeit ist ohne Zweifel gegeben. Die Ultraschalluntersuchung zum Screening von Bauchaortenaneurysmen ist in Österreich keine verrechenbare Leistung bei den Kassen. Somit ist dies in der Gesundenuntersuchung nicht etabliert“, so Assadian.

 

Ein Ziel des Gefäßforums Österreich ist es, die Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta als kassenabrechenbare Leistung zu etablieren, sodass der Weg zur flächendeckenden Screening-Untersuchung für das Bauchaortenaneurysma geebnet werden kann. „Durch diese Maßnahme können viele unnötige Todesfälle und viel Leid von Betroffenen vermieden werden“, so Assadian.

 

 

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11. März 2021

Remote Training – chirurgische Ausbildung in Zeiten der Pandemie – Gefäßchirurgie Klinik Ottakring ist internationaler Pionier

Chirurginnen und Chirurgen arbeiten in einem Bereich der Medizin, wo manuelles Geschick, Training und Übung besonders wichtig sind und eine unmittelbare Auswirkung auf den Heilungsverlauf von PatientInnen haben. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 waren besonders in den chirurgischen Fächern KollegInnen in Ausbildung sehr negativ von einem Mangel an Training betroffen. Einerseits waren und sind die Elektivfallzahlen infolge Reduktion der elektiven Operationen deutlich geringer als in den Jahren zuvor, andererseits ist der Besuch der so wichtigen technischen Kurse infolge der Reduktion sozialer Kontakte und Reisebeschränkungen nicht mehr möglich. Beim größten internationalen gefäßchirurgischen Kongress, dem EVC Maastricht von 7. bis 9. März 2021, wurde eigens ein Hands-on-Training für offene Aortenchirurgie über ein zentrales Studio in Maastricht an sieben Standorten in fünf Ländern in Europa durchgeführt. Federführend dabei war die Wiener gefäßchirurgische Abteilung der Klinik Ottakring unter der Führung von Prim. PD Dr. Afshin Assadian.

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9. Dezember 2020

Zukunft Digitalisierung der Gefäßmedizin

Die Covid-19-Pandemie erfordert auch ein Umdenken in der Ausbildung von Gefäßchirurg*innen und in der Versorgung von Gefäßpatient*innen. Das Gefäßforum Österreich setzt sich dafür ein, die Ausbildung auch von niedergelassenen Ärzt*innen über Telemedizin und innovatives Simulationstraining zu forcieren.
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2. Dezember 2020

Neue personalisierte Therapiekonzepte in der Aorten-Therapie

„Menschen mit arteriellen Gefäßerkrankungen haben generell ein höheres Risiko, schwerwiegend zu erkranken und dies nicht nur an Covid-19“, erklärt Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Leiter Gefäßchirurgie Klinikum Ottakring und wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich. Regelmäßige Vorsorge mittels einer schmerzfreien Ultraschalluntersuchung ist daher für über 60-Jährige und für Menschen mit einem entsprechenden Risikoprofil – Raucher, hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte, bereits behandelte arterielle Gefäßerkrankungen – besonders wichtig.
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