Gemeinsam mit dem Bauchaorten-Aneurysma (eine krankhafte Erweiterung der Gefäßwand der Bauchschlagader) stellt die Aortendissektion (ein teilweiser Riss in der Wand der Aorta) den häufigsten Aortennotfall dar.

Eine Aortendissektion kann Erwachsene jeden Alters betreffen. So ist sie eine wichtige Ursache für Todesfälle von Schwangeren.

Aortendissektionen treten bei 1-3 Menschen pro 100.000 Personen der Bevölkerung pro Jahr auf. Eine Aortendissektion ist eine lebenslange Erkrankung, und ein Teil der Patient:innen wird in Zukunft Komplikationen haben.

 

Die Aorta ist die wichtigste Arterie im Körper. Sie transportiert Blut vom Herzen zu allen Organen. Der erste Teil der Aorta verlässt das Herz und verläuft frontal in Richtung Brustkorb zum Hals. Hier biegt sie sich nach hinten und verläuft abwärts im Brustkorb bis sie sich in Nabelhöhe in die beiden Beckenarterien teilt.

 

Eine Aortendissektion entsteht durch einen teilweisen Riss in der Wand der Aorta.

 

Dieser Riss breitet sich dann entlang der Länge der Aorta aus. Dadurch kann es zu einer Blutung oder einer Unterbrechung der Blutversorgung lebenswichtiger Organe kommen. Wenn der Riss im ersten, aufsteigenden Teil der Aorta auftritt, spricht man von einer Typ-A-Dissektion. Wenn er in der Aorta im hinteren Teil des Brustkorbs – typischer weise begrenzt durch die linke Schlüsselbeinarterie – auftritt, handelt es sich um eine Typ-B-Dissektion.

Eine Aortendissektion ist eine relativ seltene Erkrankung mit einer geschätzten Inzidenz von 1-3 Fällen pro 100.000 Menschen pro Jahr. Sie tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf und ist wahrscheinlicher bei älteren Erwachsenen, wobei die Mehrheit der Fälle bei Menschen über 65 Jahren auftritt. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass eine Aortendissektion nicht ausschließlich auf diese Gruppen von Menschen beschränkt ist, und tatsächlich kann jeder in jedem Alter von der Erkrankung betroffen sein.

Eine Aortendissektion kann Erwachsene jeden Alters betreffen. Sie ist eine wichtige Ursache für Todesfälle schwangerer Frauen. Eine Typ-A-Dissektion ist mit einer Sterblichkeit von 2% pro Stunde vergesellschaftet. Typ-B-Dissektionen sind deutlich weniger gefährlich und führen selten kurzfristig zum Tod, haben jedoch langfristig Auswirkungen auf Lebensqualität und Überleben.

In den letzten Jahren gab es in der Diagnose, Akut- wie Langzeitbehandlung von Typ A und B Dissektionen bedeutende Fortschritte.

Obwohl Todesfälle während der Schwangerschaft sehr selten sind, sind 11 % der mütterlichen Todesfälle auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen, darunter auch Aortendissektionen. Diese Zahlen sollen bis 2050 nahezu verdoppelt werden. „Neue Therapien seltener Erkrankungen – sowohl akut wie nach Jahren – müssen aktiv in der Bevölkerung und unter Kolleg:innen kommuniziert werden. Der 19. September ist eine Möglichkeit, über diese seltene Erkrankung mehr zu erfahren. Wenn Patientinnen und Patienten in Zentren früh angebunden werden, ist mit den modernen Methoden in spezialisierten Zentren in Zukunft ein deutlich besseres Ergebnis zu erwarten“, so Priv.-Doz. Dr. Afshin Assadian, wissenschaftlicher Sprecher GFÖ und Vorstand Gefäßchirurgie Klinik Ottakring, Past-Präsident der Fachgesellschaften Chirurgie und Gefäßchirurgie.