Gefäßbedingte chronische Wunde – Ulcus cruris

 

Beschwerden, Ursachen, Behandlungen – auf einen Blick

 

Haben Sie eine schlecht oder nicht heilende Wunde am Bein? Leiden Sie an Schmerzen, üblem Geruch und einem abschreckenden Erscheinungsbild? Lassen Sie sich helfen – es ist wichtig!

 

Was ist ein Ulcus cruris?

 

Ulcus cruris ist der Fachausdruck für ein Geschwür bzw. eine Wunde am Bein, das bzw. die schlecht oder nicht heilt. Häufig, aber nicht immer, ist es mit Schmerzen, oft mit Nässen der Wunde und üblem Geruch verbunden.

 

Was sind die Ursachen für chronische Wunden am Bein?

 

Das Ulcus cruris – das „offene Bein“ – ist ein Geschwür, das durch Durchblutungsstörungen entweder der Venen (zum Herzen führende Blutgefäße) oder der Arterien (vom Herzen wegführende Blutgefäße), manchmal auch in Kombination mit Nervenschäden entsteht. Die Ursachen des Ulcus cruris sind vielfältig. Zu den häufigsten zählen eine chronisch-venöse Funktionsschwäche (Insuffizienz), arterielle Verschlusskrankheiten, Diabetes oder seltenere Erkrankungen, darunter auch bestimmte Formen von Hautkrebs.

 

Wann ist eine Wunde chronisch?

 

Wird eine Wunde nicht richtig versorgt oder kommt es im Laufe der Wundheilung zu Komplikationen, kann daraus eine chronische Wunde entstehen. Eine Wunde wird als chronisch bezeichnet, wenn sie auch nach vier bis zwölf Wochen unter fachgerechter Therapie keine Heilungstendenzen zeigt. Ein hoher Anteil der Patienten leidet sehr lange unter chronischen Wunden – etwa ein bis fünf Jahre – und viele erkranken wiederholt daran (Rezidive).

 

Was können Ärzte tun?

 

Zunächst gilt es, die Grunderkrankung in den Griff zu bekommen, damit die Wundheilung in Gang gesetzt wird. Der Facharzt untersucht den Durchblutungszustand, setzt eventuell bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Magnetresonanz ein. Zudem wird die Wunde fachgerecht versorgt, eventuell chirurgisch gereinigt und regelmäßig kontrolliert. Infektionen werden medikamentös behandelt. Moderne Wundverbände helfen, Schmerzen beim Verbandwechsel zu vermindern und die Wundheilung anzuregen.

 

Was können Patienten tun?

 

Wie so oft sind auch hier Vorsorge und der Besuch beim Hausarzt besonders wichtig. Da Ulcus cruris meist von Durchblutungsstörungen ausgelöst wird, die ihrerseits die Folge von anderen Erkrankungen sein können, gilt es, Blutdruck, Diabetes, hohe Blutfettwerte, hohes Cholesterin und den Tabakkonsum unter Kontrolle zu bringen. Doch selbst junge Patienten mit einer Tendenz zur Krampfadernbildung (Varizen) oder zu Thrombosen sind der Gefahr der Entstehung eines Ulcus cruris ausgesetzt und sollten regelmäßig untersucht werden. Wer bereits einmal unter einem Ulcus cruris gelitten hat, sollte besonders sorgfältig vorbeugen und laufend kontrollieren.

 
Was passiert, wenn Sie nichts unternehmen?

 

Bei offenen Wunden besteht immer eine erhöhte Infektionsgefahr. Das Gewebe kann großen Schaden nehmen, im schlimmsten Fall kommt es zur Ausweitung der Infektion, die bis zu einer Amputation führen kann. Doch dies lässt sich verhindern, wenn Sie sich rechtzeitig an einen Arzt wenden. 

Früherkennung

 

Chronische Wunden zeigen sich – abhängig von der Ursache – an typischen Stellen. Venöse Geschwüre sitzen meist am Innenknöchel, seltener auch am Außenknöchel. Arterielle Geschwüre sind vor allem in der Zehen- und Vorfußregion zu finden, seltener auch an der Ferse. Von geschädigten Nerven (neuropathisch) verursachte Geschwüre, die hauptsächlich durch Diabetes mellitus entstehen, sind besonders heimtückisch, da sie oft kaum oder sogar keine Schmerzen verursachen. Sie entstehen an Druckstellen am Fuß, häufig an oder zwischen den Zehen, am Fußballen oder an der Ferse.

Wenn Sie aus Gründen eingeschränkter Beweglichkeit oder aufgrund Ihres Alters keine Kontrolle Ihrer Füße durchführen können, lassen Sie sich von Angehörigen, Pflegepersonen oder Ärzten helfen. Ulcus cruris kann sehr schnell eine ernsthafte Gefährdung darstellen. Die Folge: Infektionen bzw. Entzündungen verschlimmern die Erkrankungen und führen zu Schmerzen, üblem Geruch und einem abschreckenden Erscheinungsbild. Spätestens dann ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich! Ihr Hausarzt verweist Sie dann an den jeweils am besten geeigneten Spezialisten.

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